Streetview im Sommerloch: Schlaue Kommentare.
Eigentlich stünde hier ein langer Text über die seltsamen Anwandlungen deutscher Politiker & vereinzelter Medien zum Thema Google Streetview – hätten nicht schlaue Menschen schon anderswo Texte geschrieben, die zum Thema so ziemlich alles sagen:
- Thomas Darnstädt bei Spiegel Online: „Von Street View erfährt kein Gangster etwas, was er nicht vor Ort mit eigenen Augen zu sehen bekäme — und dann sogar live. Warum verbieten wir nicht dann auch den Verkauf von Kraftfahrzeugen, weil auch diese Einbrecherbanden den unauffälligen Abtransport der Beute vereinfachen?”
- Julia Seeliger bei der taz: „Allen voran Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner von der gar nicht so datenschutzfreundlichen CSU. Aigner muss sich fragen lassen, warum sie Vorratsdatenspeicherung, BKA-Gesetz und Netzsperren, allesamt harte Maßnahmen staatlicher Überwachung, unterstützt und gleichzeitig so laut gegen Google Stimmung machte. Um Datenschutz konnte es Aigner nicht wirklich gehen.”
- Sascha Lobo bei… sich: „Eine Fassade soll Privatsphäre sein? Darf jedes Dorf entscheiden, ob es im Atlas veröffentlicht wird?”
- Jens Best im Interview mit der Zeit: „Wir alle wollen im Digitalen eine Privatsphäre haben – also müssen wir im Digitalen auch eine Öffentlichkeit haben. Das eine geht nicht ohne das andere. Diskutiert werden sollte der Punkt, an dem die Grenze verläuft zwischen beiden. Diese Grenze aber sollte ohne Vorurteile diskutiert werden.”
- Dennis Krake bloggt eine beeindruckende Auflistung datenschutzfeindlicher Polotik-Projekte: „Wenn ich als Bürger schon nicht verhindern kann, dass in meinem neuen Reisepass Fingerabdrücke und per Funk lesbare RFID-Chips installiert werden, dass meine Kontobewegungen überwacht werden, dass mein Kommunikationsverhalten registriert werden soll, dass ich in vielen Städten auf Schritt und Tritt von unzähligen Überwachungskameras gefilmt werde, dass ich auf Flughäfen in Zukunft durch einen Nacktscanner spazieren muss, dass Mautbrücken automatisch alle Autokennzeichen erfassen – dann will ich wenigstens einen riesen Aufriss machen, wenn jemand es wagt, meine Hausfassade zu fotografieren.”
Dann können wir uns jetzt ja wieder wichtigeren Dingen zuwenden, ok?