Herr Bertling.

Musik. Politik. Dinge.

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Die Wörter der Jahrzehnte.

Ich mag ja so Typo-Videos. Jetzt gibt’s eines für den Duden, das meine wun­der­bare Kol­legin Susanne kon­zi­piert und umge­setzt hat. Finde ich groß­artig, darf man gerne wei­ter­emp­fehlen :)


(Direkt­Link)

(Und nein, ich wurde weder zu diesem Post auf­ge­for­dert noch bekomme ich was dafür. Ich find ein­fach nur das Video toll.)

Sozialpalast.

Hach. Neu­lich wieder an das schöne Kon­zert von Gis­bert zu Kny­phausen auf dem müns­te­raner Bahnhof zurück­ge­dacht, nun das Video zu diesem Abend bei Youtube gefunden. Das war großartig.


(DirektGleis9/12)

So you want a code?

So. Seit ges­tern ist QUOTE.fm für die Öffent­lich­keit zugäng­lich. Das heißt: Jeder darf rein­schauen, was die netten Beta-Tester und einige neu dazu gekom­mene Leute denn schi­ckes zitieren – ent­weder schauen sie sich die belieb­testen Quotes an oder lassen sich eine Aus­wahl aus ein­zelnen The­men­be­rei­chen geben.

Befüllen darf den Ser­vice momentan nicht jeder. Das ist im Blick auf Qua­lität super. In der Beta-Phase habe ich sehr genossen, dass die Leute nach anfäng­li­chem Aus­pro­bier­wahn darauf zurück­gingen, (meist) nur noch qua­li­tativ hoch­wer­tige Texte zu zitieren. Die Aus­wahl der Leute für die Beta-Phase hat das aber auch fast schon garan­tiert. Meine Instapaper-Liste wird seitdem haupt­säch­lich über QUOTE.fm befüllt. Ich weiß ein­fach, dass das, was die Leute dort zitieren, gute Texte sind.

Mein Quote.fm Profil

Das soll auch so bleiben, daher mag das Ein­la­dungs­system zwar für Außen­ste­hende ziem­lich Hitler sein, der Qua­li­täts­si­che­rung inner­halb der Platt­form tut das aber gut. Bei rivva.de nerven mich z.B. die zahl­rei­chen SpOn-, Bild– und Postillon-Artikel, welche durch Massen-Likes und auto­ma­ti­sierte Tweets ständig in den Feed rut­schen. Die sind weder neu noch auf Dauer lustig noch sonst was – aber das pas­siert durch die auto­ma­ti­sche Aus­wer­tung der Quellen nun mal (und ist auch im momen­tanen Ausmaß noch okay). Mit wert­vollen Texten, die zum Denken anregen etc., hat das wenig zu tun.

Bei QUOTE.fm herrschten zumin­dest bis zum Ende der Closed Beta bei­nahe para­die­si­sche Zustände – intel­li­gente Men­schen geben sehr gute Text­emp­feh­lungen durch sehr gut gewählte Aus­züge. Ein Traum. Darf gerne so weiter gehen.

Nun liegen in meinem Account noch zwei Invite-Codes, die ich los­werden kann (!). Ich werde sie nicht ein­fach an die Leute ver­schenken, die darum bet­teln oder die ich aus wel­chen Gründen auch immer besser kenne. Es sollen durch meine Invites Leute Zugriff erhalten, die die Platt­form wirk­lich ver­nünftig nutzen werden. Sprich: Weder Social-Media-Allestester (also bald Account­lei­chen) noch Leute, die den Sinn der Platt­form nicht erfassen und keinen Nut­zungs­be­darf haben. Daher gibt’s eine kleine Aufgabe.

Ihr wollt einen Invite? Okay. Wir spielen QUOTE.fm. Schreibt in die Kom­men­tare drei Zitate + Link zum jewei­ligen Text. Ich schaue mir die Zitate und Texte an und was mir gefällt, erhält einen Invite. Irgend­wann am Sonntag Abend ent­scheide ich mich dann. Viel Spaß!

Huch.

PrivacyImg - Ein interaktives Beispiel. Konfiguration ueber http://tilli.me/privacyimg
(via)

Pas­sender Text dazu auch direkt bei Hen­ning Tillmann:

Nein, hier geht es nicht um Face­book oder Google. Die tech­ni­schen Grund­lagen des Webs sind ein­fach anders als es die deut­sche Geset­zes­lage aktuell vor­sieht. 20 Jahre lang ist das aber nicht groß aufgefallen.

Dazu fällt mir aber auch direkt wieder ein, was ich neu­lich bei Kris Köhn­topp las, näm­lich eine kurze Epi­sode aus dem Jahr 1994:

Damals stand ich mit Terra in der Ein­gangs­halle des Kieler Lan­des­hauses. Wir hatten ein Modem dort stehen und ein Ter­mi­nal­pro­gramm am Laufen. Auf dem Ter­minal waren wir auf einer Maschine in den USA ein­ge­loggt, die per­so­nen­be­zo­gene Daten von Deut­schen ver­ar­bei­tete: diese Kiste hatte also ein wirk­lich langes Tas­ta­tur­kabel. Die Platten des US-Rechners waren über NFS aus einer wei­teren, anderen Juris­dik­tion gemountet — die Kiste hatte also auch ein wirk­lich langes Plattenkabel.

Wir haben damals bei den Abge­ord­neten und Daten­schüt­zern, die uns über die Schul­tern schauten, eine ganze Menge „404”-Gesichter erzeugt — „Was machen die da? Wieso ist das ein Pro­blem? Und wenn es ein Pro­blem ist, was zum Teufel können wir da machen?”

Das ist im Grunde genau die Situa­tion, die wir jetzt beim Face­book Like-Button, bei jedem ein­ge­bun­denen Youtube-Video und natür­lich auch bei jeder Dropbox haben.

Tja.

„To kill or be killed is the nature of the beast”

Bemer­kens­wert, wie ein Boy Sets Fire Text von 2003 auf die Occu­p­y­Wall­Street–Bewe­gung passt.

we raise the flags and sta­tues to our mis­sion
we’ve spoken out in slo­gans and in cam­paigns
talked and talked on almost every issue
where opp­res­sion of the masses is the con­stant theme

but what does this mean to a little town in iowa
where the jobs have gone down­stream down south and out
where their fin­gers used to work to the bone all day
pro­fits rise and fall and star­va­tion is a game

where is the food that used to cover their table
where is the sense of pride at the end of the day
to the face of a thri­ving cor­po­ra­tion
what could a dying family pos­sibly say

on the face of every ame­rican worker
is the con­stant fear that their job will not remain
as the c.e.o is plan­ning his vaca­tion
to kill or be killed is the nature of the beast

stand in line take a number you sell your soul then watch it
crumble into a pile of rubble that used to be
your job
your life
your family’s daily bread
dry and stale mal­nou­rished kids
the house is sold for a degra­ding bid
do we con­tinue to talk
or do we take a hammer to their chains

How to live before you die.

Traurig. Sehr traurig.

Your time is limited, so don’t waste it living someone else’s life. Don’t be trapped by dogma — which is living with the results of other people’s thin­king. Don’t let the noise of others’ opi­nions drown out your own inner voice. And most important, have the cou­rage to follow your heart and intui­tion. They somehow already know what you truly want to become. Ever­y­thing else is secondary.

Systemkrankheit.

Hm.

Der Mensch als öko­no­mi­scher Stör­fall, und nicht etwa: „Wie die Volks­wirt­schaft den Men­schen erschöpft.” Sonst würde es ja auch kom­pli­ziert. Statt Volks­krank­heit müsste man Sys­tem­krank­heit sagen, und das klänge sogleich nach Revo­lu­tion, nach den richtig dicken Bret­tern der Kapi­ta­lis­mus­kritik, nach Demons­tra­tionen und Nass­werden, nach einem retar­die­renden Moment in Zeiten von Beschleu­ni­gung und Fort­schritt, wo doch alles gerade wie geschmiert läuft in Deutschland.

(Ganzer Text bei Zeit Online)

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