Herr Bertling.

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Tagesschau

Heute war in der Netz­welt richtig viel los, daher fasse ich mal viele ein­zelne Dinge zu einem über­sicht­li­chen Pos­ting zusammen.

Der Tag begann mit einen Rant von Robert Basic, der sich gewa­schen hatte. Er ließ sich in derben Worten über die Kritik an Blogs aus. Basic-Blogbashingbashing quasi:

Nicht zu ver­gessen, das aller blö­deste Argu­ment: “Blogs bewegen nix!”. Hallo? Welche Bewe­gung ist gemeint? Dass die Bild Wahlen mit­be­stimmen kann? Die ARD einen Kanzler macht? Die Gesell­schaft von Pro-Konsum auf Anti-Konsum umschwenkt? Nichts der­glei­chen bewegen diese Großmuffti-Medien. Und das will man von Blog­gern ein­for­dern? Einem wie mir, der in Usingen sitzt? Ja, passt schon, jeden Tag wird ein Vol­taire und Kant in Usingen geboren, ist ja normal sowas. Danke, sitzen bleiben. Wer große Bewe­gung for­dert, soll joggen gehen.

Die For­mu­lie­rung ist hart an der Grenze, der Inhalt aber treffend.

Groß­artig war, dass im Ver­laufe des Tages zu so vielen ver­schie­denen Themen in so vielen ver­schie­denen Blogs gute Bei­träge auf­tauchten, dass ich das Gefühl bekam, Roberts Rant sollte mit aller Macht wider­legt werden.

Carta stellte einen Vor­trag Chris­tian Stö­ckers über Netz­neu­tra­lität zur Ver­fü­gung – nicht vom wacke­ligen Video stören lassen. Der Inhalt ist super!

Chris­tian Stö­cker: „Die Vor­teile des freien Netzes über­wiegen seine Nach­teile” from Carta on Vimeo.

Bei Meedia wird der im FAZ-Feuilleton auf­ge­führte Eier­tanz in Sachen Urhe­ber­recht nach­voll­zogen. Bemer­kens­wert, wie sich die Argu­men­ta­tion dreht, wenn der Inhalts­dieb­stahl aus Blogs in Bücher und nicht aus Druck­sa­chen ins Netz erfolgt:

Von Loven­berg schafft es sogar, die Begriffe Copy­right, Remix und Pla­giat so lange hin und her zu wenden, bis die Bot­schaft lautet: Hege­mann hatte ein biss­chen Pech beim Abschreiben, der Blogger Airen, aus dessen Roman Hege­mann ganze Pas­sagen abkup­ferte, ein biss­chen Glück beim Kopiert­werden. Und die FAZ recht­fer­tigt so ganz nebenbei, „Axo­lotl Road­kill“ als den „großen Coming-of-age-Roman der Nul­ler­jahre“ zu hypen.

Die Titanic mit ihrer punkt­ge­nauen Ana­lyse erüb­rigt wei­tere Bei­träge zum Thema.

Das ist keine gute Über­lei­tung zu einem Pan­da­bären, der auf einem Schau­kel­pferd reitet. Egal:

Panda auf Schaukelpferd

(via 9gag)

Ich musste heute fest­stellen, was Djure schon vor einem halben Jahr wusste: Lokal bloggen ist anders als das, was hier sonst so pas­siert. Des­halb ist der Artikel unter diesem noch pass­wort­ge­schützt – was unter anderem mit einem (freund­li­chen!) Tele­fonat mit dem Bür­ger­meister meines Hei­mat­dorfes zusam­men­hängt. Ins­ge­samt eine recht span­nende Story, die ich noch mal auf­rollen werde, wenn das Pro­blem gelöst ist. Daher wird die Pass­wort­sperre ver­mut­lich noch etwas länger bestehen bleiben.

Mas­hable hat net­ter­weise fünf inspi­rie­rende TED-Talks zum Thema Social Media zusam­men­ge­stellt, hier mal kurze Bewer­tungen, ob die Videos sehens­wert sind:

  • Alexis Oha­nian hatte ich vor kurzem noch hier. Amü­sant, kurz, und auf den Punkt. Anschauen.
  • Clay Shirkys Vor­trag ähnelt extrem seiner Keynote beim DMMK 2009 & ist ein Pflichtvideo.
  • Der Vor­trag von Evan Wil­liams ist ganz nett, aber bei mir nicht weiter hängen geblieben.
  • Noch ges­tern habe ich ver­sucht, Ste­fana Broad­bent auf Vor­trags­länge zuzu­hören, die hat aber zu oft „Äh” gesagt. Nach der Hälfte mochte ich nicht mehr, habe ihr Anliegen aber glaube ich ver­standen. Ver­sucht es selbst ;)
  • Gut abge­rundet werden die Vor­träge durch Seth Godin, der sich sehr tref­fend mit den Tribes aus­ein­an­der­setzt, in die wir alle ver­wi­ckelt sind. Anschauen, denn:

Tribes (groups of people mobi­lized around a shared inte­rest) are the pre­sent and future of all web content.

Dann noch ein schneller Rundumschlag:

  • Alice Schwarzer kann auch ranten
  • Rad­ler­hosen nie in rot, son­dern in schwarz kaufen
  • die Mup­pets kri­ti­sieren ihre Youtube­kri­tiker auf ihre eigene Art
  • Google Buzz wurde vor­ge­stellt, scheint inter­es­sant und sieht auch viel­ver­spre­chend aus – und wie immer haben sich Twit­te­rati & Tech­blogs ein Wett­rennen um die schnellste Ein­schät­zung gelie­fert. Das schaue ich mir dann mal in ein paar Tagen mit der ent­spre­chenden Ruhe und Gelas­sen­heit genauer an.
  • Sam Tsui lie­fert eine phä­no­me­nale A-Capella-Version von Owl Citys „Fire­flies” ab, gefunden bei Feingut:

(Direkt­Flies)

Und falls es jemand bemerkt hat: Ich hab mal ein paar andere Hin­ter­grund­bilder für den Kopf­be­reich oben ein­ge­bunden. Sehen irgendwie schi­cker aus.

09.02.10

all things media, netzleben