Viel zu tun, viel unterwegs, wenig Zeit. Zum Glück genügend Zeit für Martin Oettings Vortrag beim Digital Camp von Scholz & Friends. Wenn die Tage in der Agentur mal stressiger werden und wenig Zeit zur Reflexion bleibt, tut so ein Vortrag richtig gut – denn ich merke wieder, dass ich gerade das Richtige tue. Danke, Martin
Scheint ja gerade total „in” zu sein, sowas zu veröffentlichen. Dann will ich natürlich auch.
Da Gesetze immer so unumstößlich klingen, gebe ich einfach drei Tipps, die allerdings mehr Zeit kosten als das Lesen einer Top-10-Liste. Sorry.
Lesen: Geschichten&Diskurse – Abschied vom Konstruktivismus. Siegfried J. Schmidt begründet auf wenigen Seiten seine Herangehensweise an die Erkenntnistheorie, genauer den Konstruktivismus. Zugegebenermaßen sehr abstrakt. Aber wenn man sich erstmal klar macht, wie der Mechanismus des Erkennens funktioniert – und vor allem, wie das Zusammenleben auf diesen Grundlagen (nicht) funktioniert – lassen sich weitreichende Schlüsse ziehen. Ich finde jedenfalls ständig Punkte, die sich beim Thema Social Media auf diese Ideen zurückführen lassen. Hilft beim Verständnis (anderer Menschen) ungemein.
Denken: Was bedeutet es eigentlich, dass jeder Mensch mit Internetzugang auf einer von ihm gewünschten Plattform die Möglichkeit hat, jede zugängliche Information mit jeder anderen zugänglichen Information zu verknüpfen? Sprich: Welches Potential liegt im Prinzip „Link”?
Machen: Facebook, Twitter, Weblog. Das kostet Zeit. Da muss man Erfahrungen sammeln. Hilft nix. Aber mehr, als Top-10-Listen zu lesen. Und immer diesen kleinen Leitspruch beherzigen:
If you talked to people the way advertising talked to people, they’d punch you in the face.
Facebook hat gestern Abend seinen eigenen Location Based Service „Places” an den Start gebracht. Damit ist es – zumindest momentan in den USA & nur per iPhone – analog zu Diensten wie Gowalla, Foursquare oder Friendticker möglich, sich in offline besuchten Orten einzuchecken. Hier mal das (natürlich unfassbar glatt produzierte) Video von Facebook:
Es gibt (wie gehabt bei neuen Services) bereits eine Vielzahl an Analysen, How-Tos und Warnungen zum neuen Feature. Bedienen Sie sich
Für Early Adopter ist die Places-Funktionalität durch die oben genannten bereits existenten Dienste ein alter Hut. Doch bedingt durch Facebooks Reichweite prophezeit Martin Weigert (zu Recht!) den Durchbruch für Location Based Services:
Facebook wird die Art der Interaktion zwischen Menschen verändern sowie die Zahl spontaner Treffen mit losen Kontakten, die zufällig gerade in der Nähe sind, erhöhen – etwas, das mit den existierenden mobilen Netzwerkdiensten aufgrund ihrer geringen Anwenderzahlen nur selten eintraf, sofern man sich nicht rund um die Uhr in Berlin-Mitte oder an anderen Geek-Hotspots aufhielt. Ich bleibe daher bei meiner früher gemachten Aussage: Facebook Places ist der Durchbruch für Location Based Services.
Da die Privatsphäre-Einstellungen des Dienstes für Facebook-Verhältnisse recht zurückhaltend sind (Default: Nur Freunde sehen Check-Ins), genügt es, wenn Nutzer einige geringe, aber dringend zu empfehlende Anpassungen vornehmen. Hier hat Facebook offensichtlich aus vorangegangenen Aktionen gelernt.
Mir gefällt am Service – ebenso wie bei Google Streetview übrigens – vor allem eines: Die „Rückführung” der im Web abstrakt und digital gehaltenen Daten (Freundschaften, Bekanntschaften, Umgebung, Lieblingskneipe,…) in die Offline-Welt. Places bildet nicht Offline-Verhalten ab – wie etwa Twitter mit kleinen Gesprächen – , sondern verbindet On– und Offline-Welt auf sehr konkrete, greifbare Weise.
Wolfgang hat neulich über die logische Fortschreibung ins mobile Internet geschrieben und eher kleine Apps als Beispiele genutzt. Exakt diesen Schritt (inklusive Interaktionen über Fanpages etc.) geht Facebook mit Places in *leicht* größerer Skalierung. Dort sehe ich einen Vergleich zu einer schönen iPad-Metapher. Irgendwo habe ich aufgeschnappt, dass das iPad dafür sorge, die Technik verschwinden zu lassen & stattdessen den Inhalt in den Vordergrund zu rücken. Ähnliches sehe ich bei Places: Das abstrakte Online-Netzwerk rückt in den Hintergrund, stattdessen ermöglicht der Service ganz real die Beziehungspflege mit Bekannten. Das wird gut
Bin ich da zu optimistisch? Habe ich wichtige Punkte ausgeblendet? Kritik, Ideen für MashUps, weitere Beispiele für die Verknüpfung von On– und Offlinewelt sind wie immer gerne in den Kommentaren gesehen!
Christian Bölling wundert sich (zu Recht!) über einige Fragen aus dem aktuellen PR-Barometer des PR-Journals. Seine Gedanken haben mich darüber ins Grübeln gebracht, wie ich mit langfristig zu anderen Bloggern aufgebauten Beziehungen umgehen soll…
Wie generiere ich für meine Fanpage zusätzliche Fans? Oder in klassischer Werbersprache: Wie erhöhe ich die Reichweite meines Angebotes? Ausgehend von Christians Hinweis zu einem Facebook-Workshop ergab sich eine kleine Diskussion bei Facebook, bei der ich kurz ein paar Punkte zum Thema angerissen habe. Die führe ich hier mal weiter aus – könnte ja jemandem helfen
Um die Entwicklung auf der Facebook-Seite ein wenig besser nachvollziehen zu können, habe ich mir die reinen Zahlen angesehen. Dazu habe ich die Kommentare seit Beginn der Palmöl-Kampagne mit Zeitstempel ausgelesen und auf eine Zeitachse aufgetragen
Frequenz der Kommentare auf der Facebook-Fanpage von Nestlé
Das ist in zweierlei Hinsicht äußerst interessant:
Inhaltlich, da so punktgenau der Zeitpunkt visualisiert wird, an dem Nestlé das Problem durch eigenes Verschulden eskaliert hat.
Handwerklich, da Till ausführlich beschreibt, wie er die Daten generiert hat. Ich bin gespannt auf die angekündigten weiteren Erkenntnisse.
(Und weil er sich so viel Mühe gegeben hat, gibt’s eben einen Blogeintrag und nicht nur nen Tweet. Sternchen mit Kringel quasi.)
Ein schön aufbereitetes Video mit (relativ) aktuellen Zahlen zur Internetnutzung weltweit. Durch die rasanten Veränderungen im Netz sind leider einige Zahlen schon wieder alt, so liegt z.B. Twitter ja mittlerweile schon bei knapp 50 Millionen Tweets am Tag. Rechnet man die Veränderungen hinzu, die sich also in knapp fünf Monaten weiter ergeben haben, dann sind die Zahlen noch beeindruckender. Viel Spaß:
Sicherlich habt ihr alle vom verheerenden Erdbeben in Haiti gehört. Anstatt sich der medialen Ausschlachtung des Ereignisses zu ergeben gibt es glücklicherweise viele Möglichkeiten, selbst konkret zu helfen. Richard Gutjahr stellt die berechtigte Frage:
Wir haben einem Blumenladen in Berlin helfen können. Warum nicht auch den Menschen in Haiti?
Die Lage im Land ist schrecklich – wer sich ein Bild vom Ausmaß der Verwüstung machen möchte, kann dies mit der Bilderserie bei The Big Picture tun. Richard Gutjahr dazu:
Die Bilder, die uns aus Haiti erreichen, sind schrecklich. Das Ausmaß der Katastrophe ist enorm. Haiti ist ein sog. failed state, also ein Land, das von seiner Regierung aufgegeben wurde. Die isolierte Lage mitten im Ozean macht die Situation für die Menschen aber auch für die Rettungskräfte besonders schwer. Ich bin kein Experte, was Haiti betrifft. Aber es braucht nicht viel, um zu begreifen, was sich in der Inselregion gerade abspielt.
Daher bittet er einerseits um Spenden an CARE, andererseits um Verbreitung des Anliegens. Da ich diese Aktion in beiderlei Punkten unterstützen möchte, gibt es hier die Links & Hinweise zu Spendenmöglichkeiten:
Per SMS: Spende 3 Euro per Charity-SMS an die Hilfsprojekte. SMS mit dem Text “AUFBAU” an die Nummer 81190. (Die Charity-SMS kostet 3,17 € ggfs. zzgl. der Kosten für eine normale SMS. Alle beteiligten Partner verzichten hier auf einen Gewinn.)
Es gibt zahlreiche weitere Möglichkeiten, über Hilfsorganisationen zu spenden. Wenn euch die beiden hier beschriebenen Angebote nicht zusagen, schaut doch in die Liste bei der SZ.
Nachtrag: Auch Frank Bültge ruft zu Spenden auf, schaut mal vorbei!
Macht bitte mit, und wenn ihr nur 3 Euro spendet. Jede noch so kleine Unterstützung hilft – und wenn es nur der Preis für ein Mensaessen ist. Tragt das Anliegen zudem weiter, per Facebook, Twitter, studiVZ und auch offline. Danke!
Ein kurzweiliger, sehr auf den Punkt gebrachter Vortrag zur Funktionsweise von Social Media. Begeisternd erzählt, anschaulich erklärt, sehr lustig – und damit absolut sehenswert!