Herr Bertling.

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re:locate?

Ich bin genervt.

Wie im letzten Jahr bin ich bei der re:publica. Wie letztes Jahr cool: Man geht keine zwei Meter und trifft wieder jemanden, freut sich drüber, spricht kurz und ver­sucht, halb­wegs pünkt­lich Ses­sions zu errei­chen. Wie letztes Jahr leicht nervig, aber halb so wild: Das WLAN ist kaum zu errei­chen – was tech­nisch nun mal kaum umsetzbar ist. Han­dy­netze geraten eben­falls an den Rand der Leis­tungs­fä­hig­keit, da könnten die Anbieter ja viel­leicht mal was dran drehen…

Was mich in diesem Jahr aber richtig nervt: Ständig sind Ses­sions – ins­be­son­dere in der Kalk­scheune – hoff­nungslos über­füllt. Ges­tern war ich daher nur in zwei Ses­sions im Großen Saal, weil in den rest­li­chen Räumen kein Platz war. Und das liegt nicht daran, dass ich zu spät ankomme etc., das Pro­blem teile ich schließ­lich mit quasi allen.

Voll. Bild von Anja Pietsch/re:publica

Voll. Bild von Anja Pietsch/re:publica

Das Raum­pro­blem war bereits letztes Jahr vor­handen, in diesem Jahr scheint es sich noch ver­stärkt zu haben. Wäh­rend der Fried­rich­stadt­pa­last meist okay voll ist und der Große Saal der Kalk­scheune zumeist bis auf den letzten Platz gefüllt ist, sind die klei­neren Räume meist hoff­nungslos über­füllt. Das macht echt keinen Spaß.

Auf den direkten Inter­net­zu­gang ver­zichten: Ok. Sich statt­dessen auf die Inhalte kon­zen­trieren und sich dem­ent­spre­chend mög­lichst viele Ses­sions ansehen: Super Idee. Klappt aber nicht. Und das ist dann schon blöd.

Der @jovelstefan bringt's auf den Punkt.

Der @jovelstefan bringt’s auf den Punkt.

Für dieses Pro­blem muss es doch eine Lösung geben. Klar, ein Voting, wer an wel­cher Ses­sion teil­nehmen würde, ist nicht immer ver­läss­lich. Aber es wäre immerhin ein unge­fährer Indi­kator, mit wie­viel Zuspruch ein­zelne Ses­sions rechnen können. Bisher wurden die Teil­nehmer in die Raum-/Sessionplanung über den CfP hinaus nicht ein­ge­bunden. Viel­leicht ist das ja eine Stell­schraube, an der man drehen könnte.

Oder es wird ein neuer Ver­an­stal­tungsort gesucht. Natür­lich würde gerade der Charme der Kalk­scheune weg­fallen. Das Gebäude ist aber für eine Ver­an­stal­tung wie die re:publica in dieser Größe nicht geeignet. Und ich habe ein­fach keine Lust, eine halbe Stunde vor einer Ses­sion beim Raum sein zu müssen, um über­haupt eine Chance auf Ein­lass zu haben. Echt nicht.

Bloggergate – die Blogger als „arme Schweine”? Na ja…

Nun hat Sascha Pal­len­berg also den ange­kün­digten „Tsu­nami” los­ge­lassen:

Chris­toph Berger, Geschaefts­fu­ehrer der Online­kosten GmbH kon­tak­tierte Dut­zende Blogger zuerst tele­fo­nisch und sen­dete dann Emails mit dem Titel „Koope­ra­tion mit Basic Thin­king“ raus

Man merkt schon: Da haben die Herren bei der Online­kosten GmbH… nicht die cle­verste Taktik gewählt. Dass eine solche Her­an­ge­hens­weise an Blogger mit dem ein­zigen Zweck, SEO-Maßnahmen zu fahren, übel ist – das steht völlig außer Frage. Ich emp­finde den Skandal jetzt aber nicht so gra­vie­rend, wie er ange­kün­digt wurde. Er bietet aber einen will­kom­menen Anlass, das Thema „Mails von SEO-Klitschen an Blogger” mal genauer zu the­ma­ti­sieren. In Stü­cken habe ich das schon bei Markus Hündgen gemacht, den Kom­mentar hebe ich mal hier in großen Teilen rüber.

Man kann sich treff­lich über die bösen SEO-Agenturen auf­regen. Zur ganzen The­matik gehören aber – wie so oft – zwei Seiten. Natür­lich ist es übelst, was SEO-Schleudern da machen. Eine ver­bind­liche Richt­linie wäre da sicher­lich hilf­reich und wün­schens­wert. Erin­nert mich gerade ein wenig an die Dis­kus­sion beim DRPR zur Blogger-Guideline.

Aber da gibt es ja noch die andere Seite: Die Blogger. Wer sich von so einer E-Mail beein­dru­cken und letzt­end­lich kaufen lässt, dessen Name darf auch gerne ver­öf­fent­licht werden. Da sehe ich es gar nicht so wie Saschha, der von „armen Schweinen” spricht. Gibt man Hirn und Gewissen ab, sobald ein A-Blog im Absender oder im Betreff steht? Dieses Blog hier ist recht klein, den­noch bekomme ich immer mal wieder ähn­liche Anfragen, denen eine ent­spre­chende Absage erteilt wird. Freund­lich, aber bestimmt und meist sehr direkt – so, wie es auch im Impressum ver­merkt ist. Tau­chen ver­däch­tige Links in meinen Kom­men­taren auf, dann fliegen die raus. Wer da nicht selbst genü­gend… ja was? Anstand? an den Tag legt und absagt, der hat seine Leser­schaft nicht ver­dient. Sowas nennt man dann wohl Prin­zi­pi­en­treue, Ethos, whatever.

Wer damit klar kommt – und wessen Leser das ebenso sehen – der darf und soll gerne seine SEO-Links setzen. Das lässt sich in meinen Augen auch gar nicht pau­schal befür­worten oder ablehnen, dazu ist das Thema zu kom­plex. Finde ich ein Unter­nehmen gut und setze den Link frei­willig? Ver­lose ich etwas an meine Leser, die somit von meinem Kontakt/meiner Bekannt­heit pro­fi­tieren, und nehme dafür Links o. Ä. in Kauf? Die Schwie­rig­keiten in diesem Feld habe ich aus Sicht als PR-Mensch, nicht als Blogger schon mal run­ter­ge­schrieben. Wer als Leser halb­wegs fähig ist, bemerkt die ent­spre­chenden Links eh…

Letzt­end­lich lässt sich fest­stellen: Die jetzt auf­ge­deckte Aktion ist von beiden Seiten dumm. Aber der jewei­lige Blogger sitzt letzt­end­lich am län­geren Hebel. Wer solche Link-Angebote annimmt, muss seine Hände später jeden­falls nicht in Unschuld baden (lassen).

Nach­trag: Linus Neu­mann bringt’s bei netz­po­litik auf den Punkt.

Endlich: Internet will Verleger bezahlen!

Die deut­schen Ver­leger träumen von einem Leis­tungs­schutz­recht (Wiki­pedia), das CDU und FDP auch im Koali­ti­ons­ver­trag bereits fest­ge­schrieben haben. Mario Sixtus bringt in einem feinen Rant die gesamte Pro­ble­matik des Leis­tungs­schutz­rechts auf den Punkt:

Ihr wollt eine Art Steuer kas­sieren für all die Arbeit, die es bereitet, Texte online zu publi­zieren. Das ist die Leis­tung, die geschützt und bezahlt werden soll. Nicht etwa die Texte selbst sind es, für die ihr hono­riert werden wollt, son­dern das Zusam­men­tragen und online stellen. Richtig? Wo und wie dieses Geld ein­ge­sam­melt werden soll, ist zwar noch nicht ganz klar, aber immerhin habt ihr da schon ein paar Ideen. Viel­leicht aber könnte man dazu auch Wahn­vor­stel­lung sagen. Einer dieser Ein­fälle, der ein wenig nach Mega­lo­manie, Irr­witz und gekränktem Nar­zissmus schmeckt, lautet: News-Aggregatoren sollen zahlen. Also Ange­bote wie Google News. Dafür, dass sie diese Text­schnip­sel­chen anzeigen, die als Hyper­links dienen, die zu euren Ver­lags­an­ge­boten führen. Google spült euch die Hälfte eurer Besu­cher auf die Seiten und jetzt sollen sie dafür bezahlen? Das ist in etwa so, als würde ein Restau­rant­be­sitzer Geld von den Taxi­fah­rern ver­langen, die ihnen Gäste bringen.

Damit die Ver­leger selbst diesen Text zu Gesicht bekommen, hat Martin Oet­ting einen kurzen Aufruf ver­öf­fent­licht. Er möchte Spenden für eine Druck­ver­sion des Textes in der FAZ, SZ oder Zeit sam­meln. Oder wie Johannes Kleske pas­send kom­men­tierte:

Damit ich das richtig ver­stehe: Wir wollen den Ver­le­gern Geld geben, damit sie dru­cken, wie scheiße wir sie finden?

Die ent­spre­chende Spen­den­seite gibt’s bei betterplace.org. Das wird nicht billig. Aber so geben Ihnen die Par­ty­gäste end­lich mal das Begrü­ßungs­geld ;)

Oops! – Kamerafailcompilation

Eigent­lich wollte ich nur kurz in den Fee­dre­ader schauen – dann habe ich das fol­gende Video gefunden & habe ein­fach so zehn Minuten lang ver­gessen, was ich eigent­lich wollte. Eine Zusam­men­stel­lung von Videos, in denen Men­schen ihre Kamera fallen lassen. Groß­artig. Ehrlich!

This abstractly voy­eu­ristic por­trayal of an ever-filming gene­ra­tion (who won’t let the trans­cen­dence of being in A Moment inhibit their document-everything impulse) pre­sages a future where every moment of our exis­tence, from the mundane to the sub­lime, is pre­served and cata­lo­gued for all to see. wei­ter­lesen

oops from Chris Beckman on Vimeo.

(gefunden bei Feingut)

Skandal! „Das Örtliche” veröffentlicht massenhaft Namen und Nummern von Telefonnutzern!

Leute, ich habe eine unglaub­liche Ent­de­ckung gemacht. Mir ist ein Ver­zeichnis in die Hände gelangt, in dem mas­sen­haft die Daten von Tele­fon­nut­zern aggre­giert und in alpha­be­tisch auf­ge­führter Rei­hen­folge hin­ter­legt sind. Noch krasser: Die Daten sind sogar quasi Loca­tion Based in diverse Ein­zel­ver­zeich­nisse unter­teilt – man kann also Namen & Num­mern auch noch geo­gra­fisch recht genau zuordnen, da zumeist auch die Adressen der ein­zelnen Per­sonen ange­geben werden.

Wei­tere Recher­chen haben dar­über hinaus ergeben, dass die Daten für jeden öffent­lich zugäng­lich gemacht wurden und bei Bedarf leicht über lokale Hubs (soge­nannte „Rat­häuser” oder „Post­fi­lialen”) an die breite Öffent­lich­keit geleakt wurden. Das soll angeb­lich sogar in jähr­lich aktua­li­sierter Form pas­sieren. Unfassbar.

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Das Dilemma der Vorträge über „Die digitale Welt”

Ich war am frühen Abend beim Vor­trag „The Fukuoka Pro­ject – The Rise of Digital Thin­king”, den Amir Kas­saei und Björn Eich­städt im Rahmen ihres gemein­samem Fukuoka Pro­jects bei der Tex­ter­schmiede Ham­burg gehalten haben. Bei der Refle­xion der Dis­kus­sion macht sich Ent­täu­schung breit – nicht über die beiden, son­dern gene­rell über Vor­träge zum Thema.

Das hat mich dazu geführt, einige Gedanken mal aus­zu­führen. Ich bin mit dem Frag­ment nicht ganz zufrieden, zu viele Dinge schwirren im Kopf herum. Nach dem Klick gibt es daher keinen Bei­trag, son­dern eine öffent­liche Google Wave, in die ich den eigent­li­chen Bei­trag kopiere. Viel Spaß beim Lesen – und bei der Mit­ar­beit an der Wei­ter­füh­rung der Gedanken.

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